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Bückeburg
03. Sep. 2010 17:09 Uhr
Zur Not muss eben ein Hundesitter her

Auch in der Arbeitswelt haben es Hundebesitzer häufig schwer, ihre vierbeinigen Gefährten mitzunehmen. Ein offizielles Verbotssc

Bückeburg (wk). Der Hund ist der beste Freund des Menschen, sagt man. Kein Wunder also, dass sich auch viele Alleinstehende oder kinderlose Paare solch einen treuen Gefährten zulegen. Bei den berufstätigen Hundehaltern stellt sich jedoch die Frage, wo der Hund bleiben soll, wenn Herrchen oder Frauchen den ganzen Tag über bei der Arbeit sind. Glücklich ist dabei derjenige dran, der seinen Hund mit zur Arbeit nehmen kann. Wir haben uns daher stichprobenartig bei einigen großen Bückeburger Unternehmen umgehört, wie diese Problematik dort gehandhabt wird. Dazu gibt es interessante Tipps für Hundehalter.

„Sowas können wir überhaupt nicht tolerieren“, erteilte Joachim Lücke, der Geschäftsführer von Bauerngut Fleisch- und Wurstwaren, dem Gedanken, ein Mitarbeiter könnte einen Hund mit zur Arbeit bringen wollen, eine klare Absage. „Auf die Idee kommt gar keiner.“ In dem Lebensmittel produzierenden Betrieb seien überdies „sämtliche Tiere“ aus hygienischen Gründen verboten.

In Bereichen mit Kundenverkehr sei es „undenkbar“, dass ein Berater seinen Hund dabei hat, sagte Werner Nickel, der Marketingleiter der Sparkasse Schaumburg. Aber auch in den nachgeordneten Abteilungen würde es nicht zum „Charakter des Unternehmens“ passen, wenn Mitarbeiter ihre Hunde mitbringen. Eine andere Regelung sei zudem im Sinne einer Gleichbehandlung aller Beschäftigten nicht möglich.

Lediglich wenn besondere Umstände vorliegen, wie beispielsweise ein plötzlicher Krankenhausaufenthalt der einzigen Person, die den Hund sonst tagsüber betreut, würde laut Nickel niemand etwas dagegen haben, wenn das Tier „sehr kurzfristig“ in den Räumlichkeiten der Sparkasse einquartiert wird. Dies könne aber nur der „absolute Ausnahmefall“ sein.

„Es gibt bei uns keine grundsätzliche Regelung, weil sich diese Frage bisher noch nicht gestellt hat“, berichtete indes Martina Tellermann, Mitarbeiterin der Abteilung Vertriebsmanagement der Volksbank in Schaumburg. Für den Fall der Fälle zeigte sie sich allerdings recht optimistisch: „Sollte sich einmal diese Situation ergeben, findet unser Unternehmen eine Lösung, die allen gerecht wird.“

Wie dies dann aussehen könnte, hat die AGILA Haustierversicherung AG aus Hannover in einer „Serviceinformation“ zusammengefasst:

Wer zu den glücklichen Hundehaltern gehört, die ihren vierbeinigen Gefährten zur Arbeit mitnehmen dürfen, sollte auch das Einverständnis seiner Kollegen einholen. Denn es kann sein, dass einer von ihnen unter einer Tierhaarallergie leidet oder eine Abneigung gegen den Hund hat. Liegt die Zustimmung vor, gilt es jedoch einige wichtige Punkte zu beachten, damit es Tier, Kollegen und einem selber gut geht. Dabei steht ein fester „Arbeitsplatz“, an den sich der Hund zurückziehen kann und den er nur auf Kommando verlassen darf, an oberster Stelle.

Dafür eignen sich Orte ohne Zugluft, die gleichzeitig Schutz vor Sonneneinstrahlung und Kälte bieten. Eine eigene Decke oder ein Kissen helfen, den Platz zu markieren, und verleihen dem haarigen Kollegen ein Gefühl von Sicherheit. Am ersten Arbeitstag sollte der Besitzer mit seinem Vierbeiner eine Runde durch das Büro drehen und ihn allen Mitarbeitern vorstellen. So können sich beide Parteien aneinander gewöhnen. Eines darf aber nicht vergessen werden: Ein Hund muss regelmäßig Gassi gehen – auch während der Arbeitszeit.

Aber auch für den laut AGILA meistens vorkommenden Fall, dass der Chef den „Bürohund“ nicht gestattet, hat diese in ihrer „Serviceinformation“ ein paar Tipps parat: Wenn das Tier während der Arbeitszeit alleine zu Hause gelassen werden soll, muss dies erst geübt werden, denn ein Hund ist nicht gerne einsam. Um ihn an die herrchenfreien Stunden zu gewöhnen, sollten dessen Halter die Zeit, während der der Hund ohne Gesellschaft das Haus oder die Wohnung hütet, von Tag zu Tag mehr ausdehnen. Herrchen und Frauchen sollten ihren Vierbeiner vor dem Alleinsein zudem ordentlich körperlich und geistig auspowern. Am besten eignet sich hierfür morgens ein langer Spaziergang, auf dem sie den Hund mit viel Spielen und Toben müde machen. Denn wenn das Tier genug ausgelastet ist, können dessen Besitzer davon ausgehen, dass es tagsüber viel schläft und so auch mehrere Stunden ohne sie verbringen kann. Wer seinen Hund jedoch nicht alleine lassen möchte, der kümmert sich rechtzeitig um einen lieben und zuverlässigen Hundesitter. Manch einer hat das Glück, dass sich der Nachbar oder Freunde zur Verfügung stellen. Alle anderen finden professionelle Aufpasser im Internet oder im Telefonbuch. Diese Dienstleistung bieten sowohl einzelne Personen als auch sogenannte Hundekindergärten an.



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